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Myanmar 2004

Nord und West und SĂŒd zersplittern, Throne bersten, Reiche zittern.          FlĂŒchte du, im reinen Osten              Patriarchenluft zu kosten,               Unter Lieben, Trinken, Singen          Soll dich Chisers* Quell verjĂŒngen.

Dort im Reinen und im Rechten          Will ich menschlichen Geschlechten     In des Ursprungs Tiefe dringen,        Wo sie noch von Gott empfingen         Himmelslehr in Erdensprachen,          Und sich nicht den Kopf zerbrachen.

J. W. von Goethe: Westöstlicher Divan, Buch des SÀngers S.1; 1943

© ELC 02/2005

*Chiser: mythologische Figur (Heiliger od. Weiser) zur Zeit Moses

Thailand - Burma (Myanmar) - Thailand

Am 22.11.2004 fliegen wir von Berlin (TXL) ĂŒber Frankfurt (FRA) in die thailĂ€ndische Hauptstadt Bangkok (BKK). Wir akklimatisieren uns im Windsor Suites Hotel, besuchen die Deutsche

GaststĂ€tte “Bei Otto”, in der Sukumvith rd. und bereiten uns auf unsere Rundreise durch Burma - Myanmar vor.

 Wat Arun - Tempel der Mörgenröte

Ein böses Vorkommnis - lebenswichtige medizinische Hilfsmittel wurden uns, von Deutschland extra eingeflogen, vorenthalten! - trĂŒbte dann doch unseren Aufenthalt in Thailand: Wenn Sie die ausgetretenen Pfade der touristischen Inszenierungen verlassen und sich in den korrupten Beamtendschungel der thailĂ€ndischen Behörden begeben mĂŒssen, dann erstarrt das freundliche LĂ€cheln der Thais zum boshafen Grinsen! Relativieren Sie Ihre Einstellung und Ihr Vertrauen!!!

Am 27.11.2004 fliegen wir dann von Bangkok (BKK) nach Yangon / Rangoon  (RGN), nach Myanmar / Burma. Voller Neugier, wie wohl jedem EuropĂ€er bei einem Besuch dieses exotischen Landes eigen, kamen wir in Yangon / Rangoon an, wurden freundlich begrĂŒĂŸt und fuhren zu unserem Hotel, dem Kandawgyi Palace Hotel, am Kandawgyi - See, im Zentrum der Hauptstadt.

Die Schwedagon-Pagode in Yangon

Gleich zu Beginn unserer Tour durch Myanmar, sahen wir den eindrucksvollen Höhepunkt Buddhistischer Baukunst: Die Schwedagon-Pagode. Über 60 Tonnen puren Goldes und tausenden Karat Diamanten und Edelsteinen - alles verbaut in einem einmaligen Kunstwerk ostasiatischer Kultur, materielle SchĂ€tze, in einem grandiosen religiösen Bauwerk, das ĂŒber die Landesgrenzen hinaus imense Bedeutung fĂŒr diese Weltreligion darstellt!

Der “Liegende Buddha” in der Kyauk-htat-gyi-Pagode in Yangon

Der goldene Stupa der Schwedagon-Pagode

Myanmar rĂŒhmt sich aber auch in anderen Superlativen Buddhistischer Baukunst: In der Kyauk-htat-gyi-Pagode befindet sich der 72 m lange “Liegende Buddha”, der 1966 rekonstruiert wurde und bei den GlĂ€ubigen hohes Ansehen genießt. FĂŒr uns war es erstaunlich, daß die “weltlichen” Machthaber (MilitĂ€rregierung) stets die religiösen Wurzeln der Bevölkerung achteten und mit erheblichem Aufwand förderten. Immer war Myanmar, oder wie es frĂŒher hieß: Burma - ein Buddhistisches Land.

Mit “Air Mandalay”, Flug 6T-401, fliegen wir weiter von Yangon (frĂŒher: Rangoon) (RGN) nach Bagan (NYU).

Der Thhat-byin-nyu-Tempel (li.) und der Ananda-Tempel (re.) in Bagan

Die Schwezigon-Pagode von Bagan (1059 - 1090 u.Z.)

Im so genannten Trockengebiet Myanmars (es regnete allerdings tĂ€glich!!!) liegt am Ayeyarwady - Fluß (Irrawaddy-), die einst grĂ¶ĂŸte buddhistische Metropole der Welt - Bagan. Die UNESCO registriert heute dort etwa 2.229 DenkmĂ€ler und Ruinen des Weltkulturerbes. Man schĂ€tzt jedoch ĂŒber 12.000 historische Bauwerke, Pagoden, Klöster und Andachtsstellen. Vor ĂŒber 1150 Jahren begann der Aufstieg Bagans zur beherrschenden Kraft SĂŒdostasiens - fĂŒr ĂŒber 400 Jahre.

Maiszigarren rauchende Pagodenbesucherinnen

Der Blick ĂŒber diese, von unzĂ€hligen Bauten ĂŒbersĂ€ten Ebene, ist auch heute noch atemberaubend und unvergeßlich. Hier ist Geschichte in formschöner Backstein - Architektur zu Stein geworden

Die Ebene von Bagan - ein archeologischer Schauplatz von endloser Weite - gleich einem Relikt einer anderen Welt?

Mit “Air Mandalay”, Flug 6T-402, fliegen wir weiter von Bagan (NYU) nach Mandalay (MDL), die alte Königsstadt

Im Herzen Myanmars, auch am Irrawaddy - Fluß, liegt die letzte Königsstadt des Landes, Mandalay (1857). Diese Stadt, nur kurz Residenz, ist heute die zweitgrĂ¶ĂŸte Metropole Myanmars (ĂŒber eine Million Einwohner). Sie ist ein wirtschaftliches Zentrum, aber auch ein kulturhistorisches Kerngebiet Myanmars. In der NĂ€he liegen solche Höhepunkte wie, Amarapura, Inwa (Ava) oder Sagaing. Wir hatten daher hier ein sehr interessantes und volles Besichtigungsprogramm.  

Der sĂŒdwestliche Wachturm des Königspalastes von Mandalay

Ein junger Mönch im Atu-ma-shi-Kloster

Speisung der ĂŒber 1000 Mönche im Mahagada-yon-Kloster in Amarapura

Sonnenuntergang ĂŒber dem Irrawaddy vom Manalay-Berg

Das Maha-Aung-Mye-Bonzan-Kloster bei Mandalay

Die Kaung-hmu-daw - Pagode im Großraum von Mandalay

Wir fliegen weiter von Mandalay nach Heho und fahren zu dem bekannten Binnensee, dem Inle-Lake. Von Nyaungshwe, der alten Hauptstadt des sĂŒdlichen Shan-Staates , fahren wir mit

einem Langschwanz-Boot ĂŒber den Inle-See zu unserem Hotel auf dem See, dem Paradise Inle Resort. Neben einer wunderschönen See-Landschaft, sahen wir eindrucksvolle KulturdenkmĂ€ler und faszinierende Lebensgewohnheiten der dortigen Menschen.

Die Intha - Beinruderer, auf dem Inle-See - eine interessante Fischfangmethode

Eine Frau der Padaung-Volksgruppe, bei uns bekannt als Giraffenhalsfrauen.

Die Phaung-Daw-U-Pagode am Inle-See, ein wichtiges Heiligtum der Buddhisten

Nach einem erholsamen Aufenthalt auf dem Inle-See fliegen wir zurĂŒck nach Yangon, der Hauptstadt Myanmars.

Sonnenuntergang am Inle-See

Die Sule - Pagode,  die Ă€lteste Pagode (ĂŒber 2000 Jahre) im Zentrum von Yangon (Rangoon),

Novize im Shwe-yan-pyay - Kloster

Unsere Reise durch Myanmar / Burma ging zu Ende.Wir machten uns natĂŒrlich Gedanken darĂŒber, wie man dieses Land ganz persönlich einschĂ€tzen soll: Die freundlichen Menschen haben allemal unsere Sympathien. Lassen wir mal alle gĂ€ngigen Vorurteile unserer offiziellen westlichen Politik beiseite. Myanmar, wir kennen es besser als Burma, oder im Deutschen Birma - ist nach unseren Kategorien eine “MilitĂ€r-Diktatur”. Wie erlebten wir dieses Staatswesen direkt? Da sind fast 50 Millionen Menschen, verschiedenster Volksgruppen, zum grĂ¶ĂŸten Teil tiefglĂ€ubige Buddhisten, die ihrem Glauben in einer tausendjĂ€hrigen Geschichte, grandiose DenkmĂ€ler errichtet haben, selbst Eroberer in SĂŒdostasien gewesen, dann koloniale Untertanen waren und in der Gegenwart, in einer Staatsform leben, die nicht der unseren entspricht. Warum erdreisten wir uns nun, unsere gesellschaftlichen Maximen hier anzulegen, sie allein selig machend zu preisen, und 50 Millionen Menschen einfach auszugrenzen, sie vom merkantilen Transfer auszunehmen und so weiterhin in die Isolation zu drĂ€ngen. Ja, es mögen Ungerechtigkeiten, Rechtsbeschneidungen, UnterdrĂŒckung intelektueller und persönlicher Freiheiten u.a. geben - wo ĂŒberall in der Welt gibt es das aber nicht? Wir jedenfalls fanden ein wohlgeordnetes Staatswesen vor, das seiner Bevölkerung ein bescheidenes Dasein und Auskommen ermöglicht - keine allgemeine SelbstverstĂ€ndlichkeit! Kein Internet, kein Mobilfunk (bescheidene AnfĂ€nge nur Privilegierten zugĂ€nglich) und restriktive postalische Außenverbindungen (von unseren ĂŒber 20 Postkarten in alle Welt, ist bis dato keine einzige angekommen!), sind vernachlĂ€ssigbare EinschrĂ€nkungen - die Menschen haben ihre Ohren frei, ohne Handys am Kopf! Wir wĂŒnschen uns, man soll doch dem Prinzip “Wandel durch AnnĂ€herung” folgen, das Prinzip, das letztlich den Kalten Krieg auf der Welt erfolgreich beendete! 

Die berĂŒhmte Schwedagon - Pagode in Yangon

Nach einer interessanten und bewegenden Rundreise durch ein abgeschlossenes, sich langsam öffnendes Land, Myanmar, fliegen wir zurĂŒck nach Thailand, um dort noch etwas Ruhe nach Hause mitzunehmen.

Von Yangon / Rangoon (RGN) fliegen wir mit Thai Airways via Bangkok (BKK) auf die thailÀndische Ferieninsel Phuket (HKT), nach Patong Beach.

Erholsame Tage am Patong Beach auf Phuket, in einem, nach wie vor empfehlenswerten Hotel, dem Patong Beach Hotel, mit “ehrlichen 4 Sternen”, relaxten wir den Rest unseres Aufenthaltes in SĂŒdostasien. Die “Strandkultur” war immer noch aufregend, wie vor 2 Jahren; viele der Ă€lteren Herren hatten aber wohl diesmal ihren richtigen Anhang mit, deren teilweisen barbusigen Auftritten dort allerdings wenig Ästethik zuzuordnen war.

Das Patong Beach Hotel auf Phuket, am Patong Beach

NĂ€chtliches Treiben auf der Strandstraße von Patong Beach

Sehr viel mehr Niveau hatten da die Herren “Damen” von der Travestie - Show in Simons Cabaret, einem Highligth in Patong Beach

Am 22.Dezember 2004 verlassen wir Phuket (HKT) und fliegen via Bangkok (BKK) zurĂŒck nach Deutschland, ĂŒber Frankfurt (FRA) nach Berlin (TXL) und landen am 23. Dezember zu Hause, voller unvergeßlicher EindrĂŒcke.




Nach unserer RĂŒckkehr zu Hause in Deutschland, erreichte uns am 26. Dezember 2004, am 2. Weihnachtsfeiertag, die Nachricht von der Tsunami - Kathastrophe in SĂŒdostasien. Voller BestĂŒrzung mußten wir erfahren, daß unser Urlaubsparadies, wo wir noch vor wenigen Tagen flanierten, nicht mehr da ist - einfach ins Meer gespĂŒlt, weg ist!            Froh, dem Inferno gerade noch entkommen zu sein, galten unsere Gedanken, unsere Hoffnungen und unsere bescheidene, ob des unendlichen Leides geringe, pekunĂ€re Hilfe, den Opfern, den Menschen, die uns eben noch einen unvergeßlichen Aufenthalt in dieser Region ermöglichten.                                                                                         Lassen Sie uns nun nicht abwenden von diesem Paradies, auch wenn man unschöne Erfahrungen mit korrupten Beamten dort machten!                                                                                                                                                  Spenden sind das eine, wichtiger aber ist, daß wir recht bald wieder dorthin zurĂŒckkehren, dem boshaften ThailĂ€ndischen “Beamtensumpf” zum Trotz; die Menschen brauchen uns dort - eben als GĂ€ste, als Besucher und als Urlauber, damit die Region bald wieder belebt wird.

Kommen Sie doch bald wieder mit !!!

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