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Nahost 2004

Gottes ist der Orient!                         Gottes ist der Okzident!                     Nord- und südliches Gelände            Ruht im Frieden seiner Hände

Er, der einzige Gerechte,                      Will für jedermann das Rechte.             Sei , von seinen hundert Namen,      Dieser hochgelobet! Amen

© ELC 07/2004

J. W. von Goethe: Westöstlicher Divan, Buch des Sängers S.328

Reise in den Nahen Osten 2004

im heißen Wüstensand der

Levante -

vom Sinai (Ägypten), durch Jordanien und Syrien

Unsere Reise führte uns zunächst nach Ägypten, auf den Sinai - jene altbekannte Halbinsel zwischen Afrika und Asien. Ein ödes Land, rauhe Wüste, lebensfeindlich und

doch Lebensraum zahlreicher Beduinen. Der Sinai war ob seiner bindenden Lage zwischen Afrika und Asien geschichtlicher Brennpunkt bis in die Gegenwart. Da, wo heute sich Touristen mit der Unwirtlichkeit messen wollen, wurden in allen Epochen Kulturtransfers durchgeführt und blutige Schlachten geschlagen -

von Ramses II. (Schlacht bei Kadesch um 1275 vuZ.), dem biblischen Auszug der Israeliten aus Ägypten (Moses), bis heute zum 6-Tage-Krieg (Ägypten - Israel) 1967.

Die mächtigen Mauern des Katherinenklosters auf dem Sinai

Die erste Station auf unserer interessanten Rundreise war das Katherinenkloster auf dem Sinai, in Ägypten        Am Mosesberg, hier soll Moses die 10 Gebote Gottes empfangen haben, treffen sich allmorgentlich die unentwegten Touristen, den Sonnenaufgang zu sehen; ein äußerst beschwerlicher Aufstieg in der Nacht!!!!

Glockenturm des Katherinenklosters

Nach einer abenteuerlichen maritimen Überfahrt vom ägyptischen Nuweiba nach dem jordanischen Aqaba, Israel (Eilat) macht z.Zt. die Landverbindung unmöglich,

erreichen wir abends, Amman, die Jordanische Hauptstadt. Das antike Philadelphia (um 250 vuZ.) ist das politische und wirtschaftliche Zentrum Jordaniens. Aber auch historisch ist diese Millionenstadt höchst interessant.

Reste des Herkulestempels auf der Zitadelle Ammans

Palast auf der Zitadelle Ammans

Die berühmten Schriftrollen von Qumran (Museum in Amman)

In der Umgebung Ammans, sind die “Wüstenschlösser” der Kalifen, der frühislamischen Zeit, besonders sehenswert.

Das Wüstenschloß von Qusair Amra

Der erste historische Höhepunkt in Jordanien ist wohl in Jerash, dem antiken Gerasa, zu finden. Man kann diese historische Stätte - das “Pompeji” des Ostens vergleichen mit dem türkischen Ephesos, der Besucher “verliert” sich heute noch in dieser gut erhaltenen antiken Stätte.

Jerash, das antike Gerasa: Artemistempel - das Hauptheiligtum

Die Golan - Höhen in Syrien von Umm Qeis in Jordanien gesehen

Nach einer korrekten Grenzkontrolle passieren wir die Grenze von Jordanien nach Syrien. Wir übernachten in Damaskus und erkunden diese quirlige Hauptstadt.

Damaskus galt in der Geschichte einst als das Paradies. Wasser, der Barada-Fluß durch Damaskus, zeugt noch heute von der begehrten geografischen Lage. Diese 1,5 Millionen  Einwohner zählende Stadt, gilt heute als die älteste, bewohnte Stadt der Welt. (Das “ewige Rom”  relativiert sich so etwas!)                                    

Wenn Sie sich heute zum Shopping aufmachen (Preis/Leisung ist in den Basaren durchaus akzeptabel!), sollten Sie sich mit den “arabischen” Ziffern (diese sind nicht kompatibel mit unseren “arabischen” Ziffern ) vertraut machen!

Neben den Schlössern von Qasr Azraq und Qasr al-Kharana, sollte man unbedingt Qusair Amra besuchen. Neben den markanten Kuppelbögen sind hier die gut erhaltenen Fresken im Inneren überraschend (im Islam sind bildliche Darstellungen nicht üblich) - und halbnackte Tänzerinnen sowieso.

Tänzerin im Fresco

Die mächtig wirkenden Mauern von Qasr al-Kharana

Jerash, das antike Gerasa: Das ovale Forum m. Hadriansbogen

Nach dem Besuch der Ruinen der antiken römischen Stadt Gadara, verlassen wir, mit einem Blick auf die israelisch besetzten Golanhöhen von Syrien, den See Genezareth und den Berg Hermon bei Umm Qeis, Jordanien.

Blick auf Damaskus, vom Berg Djebel Qassiyun

Nach einem kurzen Aufenthalt in der Syrischen Hauptstadt Damaskus, fahren wir weiter in den Nordwesten des Landes. Über Homs gelangen wir zu der bekannten Kreuzritterburg Krak des Chevaliers. Auf dem Weg dahin, besuchen wir das Christliche Kloster von St. Georg.

Eingang zum St. Georgs- Kloster

Auf engstem Raum, neben Moscheen, erleben wir eine wohl funktionierende christlich-orthodoxe Einrichtung, unweit der alten Kreuzritterburg, auf islamischem Territorium. Die imposante Burg aus längst vergangener Zeit, Symbol abendländischer Usurpation und daneben das heutige Christlich - orthodoxe Kloster, dem Heiligen Georg geweiht: ist das friedliche Glaubenskoexistenz ?

Ein Wahrzeichen Hamas, ein 20 m hohes Noria (Wasserrad)

 Kreuzritterburg Krak des Chevaliers im Nordwesten Syriens

Kreuzgänge in der alten Burg führen auf und ab im Burginneren

Wir fahren weiter vom Krak des Chevaliers, zunächst nach Hama, der widersprüchlichen Stadt im östlichen Syrien, bekannt durch seine weltberühmten Wasserräder (Noria), über Homs (ca. 500.000 Einwohner), der wichtigen Industriestadt Syriens, zum Höhepunkt jeder Syrienreise, nach Tadmur, dem antiken Palmyra.         Ein kulturhistorisches “Feuerwerk” erwartet uns in dieser alten, heute immer noch lebendigen, Oasenstadt.

Palmyra spielte in der Geschichte, als Handelsmetropole zwischen dem Zweistromland und Palästina, stets eine herausragende Rolle. Auch zu Herrschaftszeiten Roms war Palmyra als “handelnde” Handelsmacht berühmt, als Rächerin Kaiser Valerians (um 260), verbunden mit Rom und als Abtrünnige, selbst nach der Weltmacht greifend unter Zenobia (um 271) und schließlich unter Kaiser Aurelian in die Knie gezwungen, geplündert und gebrandschatzt (272).

Der restaurierte Tetrapylon an der Kolonnadenstraße im Zentrum

Der Große Bel- (Baal-) Tempel in Palmyra

P a l m y r a

Palmyra: Hadriansbogen (3. Jh.)

Am Hadrianstor beginnt der restaurierte Teil der Kolonnadenstraße von Palmyra

Palmyra zählt heute zu den beeindruckendsten antiken Ruinenstätten in der Levante überhaupt. Für uns war diese Stadt in der Wüste ein Höhepunkt auf unserer Reise durch den Nahen Osten. Der Erhaltungszustand und die äußerst geringe Besucherfrequenz ließen unsere Visite zu einem echten Erlebnis werden. Die sachkundige Führung tat ein übriges.

Die Omayyaden-Moschee (Schatzhaus v.l.)

Die letzte Station in Syrien war die alte Nabatäer - Stadt und spätere Hauptstadt der Römischen Provinz Arabia - Bosra. Das Römische Theater, es faßt etwa 15.000 Zuschauer, ist heute noch Schauplatz großer Events. Aber auch die anderen Ruinen der antiken Stadt sind heute noch sehenswert - Der Cardo Maximus, das Nymphäum, die Thermen und das Kalybé, ein Heiligtum, dessen Kult heute noch im Dunklen liegt, sollte man sich nicht entgehen lassen.

 

Ein Wort zur Sicherheit: Syrien erschien uns jederzeit als ein sicheres Reiseland.    Wir hatten nirgendwo Probleme!

Unsere Reise führte uns zurück nach Damaskus. Neben dem Nationalmuseum, dem ‘Azam - Palast, dem Grabmal Sultan Saladins und natürlich dem Basar Suq al-Hamidiye, war natürlich die ehrwürdige Omayyaden - Moschee der Höhepunkt in der Syrischen Hauptstadt.

Marmorschrein: (hier soll das Haupt Johannes des Täufers bestattet sein)

Das Römische Theater in Bosra (2. Jh.)

Nach einer guten Stunde Busfahrt, verließen wir nach korrekter Grenzkontrolle die Syrische Republik und kehrten zurück in das Haschemitische Königreich Jordanien, und erreichten abends Amman , die Hauptstadt.

Salzkrusten am Toten Meer in Jordanien

Frühmorgens, am nächsten Tag fuhren wir über Madaba (berühmte Mosaik - Landkarte von Palästina) und den Berg Nebo (wo Moses das Gelobte Land erblickte), zum Toten Meer.

Hinweis: Auch wenn wenig Zeit ist, baden Sie auf alle Fälle im Toten Meer. Es ist keine Erfrischung, aber eine unvergeßliche Lektion über Schwerkraft und Auftrieb!

Nach der Besichtigung der Kreuzritterburg von Kerak und dem Wadi Musa, mit der berühmten Moses - Quelle, erreichen wir am Abend die sagenumwobene und in aller Welt bekannte Felsen - Stadt Petra.

Petra: Durch den inneren Siq, vorbei an den hoch aufragenden farbenprächtigen Felsen, erreich wir das Schatzhaus des Pharaos

Die Fassade des Schatzhauses des Pharaos (Khazne Faraun)

Das Innere des Schatzhauses (war dies einst eine Grabkammer ?)

Petra, die über 2000 Jahre alte Handels- und Königsstadt der Nabatäer, jenes Wüstenvolkes, das schon 300 v.u.Z. von der Arabischen Halbinsel kommend, einen einmaligen Karawanen- (Handels-) Staat gründete und bald schon die alte Weihrauchstraße beherrschte, zeigt sich heute voller rätselhafter architektonischer Wunder. Orientalische Baustile vermischten sich mit griechisch - römischen Stilelementen und verschmolzen zu den eindruchsvollen Fels - Architekturen. Petra (griechisch Felsen) gehört heute zu den großartigsten antiken Plätzen der Welt und ist, wie unser Reiseleiter sagte, das Öl Jordaniens. Es ist vielfache Filmkulisse und ein Besuchermagnet erster Klasse!

Hinweis: Um sich einen gründlichen Überblick über diese antike Stätte zu verschaffen, sollten Sie mindestens 3 Tage vorsehen. Meist ist aber nur wenig Zeit. Übertreiben Sie es nicht: Die Aufstiege aus der Schlucht sind anstrengend und bei extremen Temperaturen (auch bei trockener Hitze!) äußerst fordernd. Genießen Sie lieber die schattigen Siq’s!

Die Felsformation der “sieben Säulen der Weisheit” im Wadi Rum

Unsere Reise führte uns weiter durch die Wüste in das Wadi Rum.            Kaum einer hat die Reize der Wüste im Wadi Rum eindruchsvoller beschrieben, wie der legendäre britische Agent und Militärberater,    T. E. Lawrence, genannt Lawrence of Arabia (“Die sieben Säulen der Weisheit”, 1926). Eine faszinierende Landschaft, voller irrationaler Gegensätze schroffer Felsen und sandiger Einöde.

Vorsicht Kamele!

Ein Wort zur Sicherheit: Auch Jordanien erschien uns jederzeit als ein sicheres Reiseland. Keine Probleme!

Vom jordanischen Aqaba mußten wir die wenig touristenfreundliche Fährverbindung ins ägyptische Nuweiba nehmen, da die politischen Grenzen (das israelische Eilat) uns den Landweg versperrten.

Nach einer sehr angenehmen Rundreise durch den Nahen Osten, durch die Levante,  gönnten wir uns noch ein paar Tage Ruhe, Relaxen und Baden im ägyptischen Sharm el-Sheikh.

Die Na’ama Bay bei Sharm el-Sheikh mit seiner breiten Uferpromenade

Die faszinierende Unterwasserwelt im Golf von Aqaba

Unser Hotel “al Bostan”, an der Na’ama Bucht bei Sharm el-Sheikh, wird seinen 4 Sternen substantiell durchaus gerecht. Am Service sind jedoch noch Defizite erkennbar      (3 Tage ohne Müllentsorgung im Zimmer ist inakzeptabel!).

Unser Hotel “al Bostan”, an der Na’ama Bay, bei Sharm el-Sheikh

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Unser Fazit, Reise und Hotels: Der Reiseveranstalter - Phönix - Reisen, Bonn - hat hier eine sehr interessante Reise mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis angeboten. In der Durchführung der Reise zeigten sich jedoch einige Schwächen, die anzusprechen sind, jedoch dem positiven Gesamturteil keinen gravierenden Abbruch tun:                                                                 1. Die Reisekoordinierungen (Ankunft, Transfer und          Programmbeginn sollten besser abgestimmt werden. 2. Die Übergabe der Reisegruppe, insbesondere               zwischen Ägypten und Jordanien, klappte nicht!            (die Fährverbindung war eine Zumutung!!!)               3. Die Hotels waren teilweise gewöhnungsbedürftig!          - St. Katherin, El Wady (unsauber, mangelnde              elektrische Sicherheit),                                               - Palmyra, Middle East (Besenkammer!)                    - Damaskus, al Majed (Pförtnerloge ohne Fenster)     - Amman, Abjar (Personal mit langen Fingern!)        4. Der Bus auf dem Sinai war zu klein (Gepäck auf           dem Dach ist nicht akzeptabel - über 50°C!!)