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Südafrika 2001

© ELC 02/2002

Africa Down Under 2001

Am unteren Ende Schwarzafrikas

Nach einer abenteuerlichen Anreise via London (LHR) und Johannesburg (JNB) mit South African Airways, begann unsere Rundreise mit einem Tag Verspätung, am 22. 11. 2001 in Windhoek.

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Namibia, das alte Deutsch Südwestafrika, erst 1990 von Südafrika unabhängig geworden, ist heute noch ein Geheimtipp für den Tourismus in Afrika. Eine erstaunlich gute Infrastruktur im Gastgewerbe ermöglicht hier noch eine exklusive Reisemöglichkeit. Unübersehbar sind hier die deutschen Wurzeln - dies ist um so erstaunlicher, als die Kolonialherrschaft Deutschlands über Südwest bereits 1915 endete. Jedenfalls sind deutschsprachige Reisende überproportional vertreten.

In Namibia hat sich, vor allem in der Südhälfte des Landes, eine selbstbewußte deutsche Kultur unter der weißen Bevölkerung herausgebildet, die sich ein dreiviertel Jahrhundert lang, ohne die Dominanz des kolonialen Mutterlandes entwickeln konnte und sich heute als eine tragende Säule des schwarzafrikanisch geführten Staates versteht. Wenn die versöhnlich gehaltene Politik der jetzigen Staatsführung beibehalten wird, kann sich das Land und damit auch der Tourismus weiter erfolgreich entfalten. Als Tourist kommt man jedenfalls mit der deutschen Sprache überall gut zurecht. Eine wohltuende Athmosphäre, frei von jeder Schinkenstraßenmentalität und doch irgendwie heimisch - am unteren Ende Afrikas!

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Windhoek: Die evangelisch.-lutherische.Christuskirche (1910)

Nach einer Übernachtung im “Safari Court Hotel”(u. E. nach ein gutes Hotel) in Windhoek, fuhren wir ins fast   500 km südlich gelegene Keetmanshoop.

Unterwegs besuchten wir die Köcherbäume, eine Aloe - Art, die nur in Namibia vorkommt.  Von den Buschmännern wurden die Äste ausgehölt und zur Aufbewahrung ihrer Pfeile genutzt.

Das “Canyon Hotel” in Keetmanshoop überraschte uns mit gutem Service und einer ausgezeichneten Küche.

Am nächsten Morgen führte uns unser Weg an den     Fish River Canyon zu einem Frühpicknick und atemberaubenden Ausblicken in eine bizarre Schluchtenlandschaft.

Ein Köcherbaum

Windhoek, die Hauptstadt Namibias ist die größte Stadt des Landes und mit dem Internationalen Flughafen, auch ein wichtiges Tor zur Welt. Sie ist der Hauptverkehrsknotenpunkt des Straßen- und Schienennetzes des Landes.

Hier hat die Regierung ihren Sitz, sowie alle landesweiten Verwaltungsbehörden. Sie ist das wichtigste Handelszentrum und größter Standort für Industrie und Dienstleistungen.

Für die Touristen ist es meist Beginn und Ende der Rundreise durch Namibia. Dies ist insofern wichtig, da sich der Tourismus in diesem Wüstenstaat im wesentlichen auf Rundreisen und Safaris, in den verschiedendsten Formen und Routen, beschränkt. Der Badetourismus hat, dank des kalten Benguelastroms an der 1.400 km langen atlantischen Westküste, trotz herrlichster Sandstrände, keine Chance. Nachteil oder Segen - wird sich erst in der Zukunft erweisen! 

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Der Fish River Canyon im Süden Namibias ist einer der gößten Canyons der Welt und eines der schönsten Landschaften Afrikas. Der Fish River ist mit 660 km der längste Fluß Namibias. Er entspringt im östlichen Naukluft-Massiv und mündet in den Oranjefluß.

Auf einer Länge von 160 km hat der Fish River eindrucksvolle Schluchten in das Gestein gegraben. Der Canyon gilt, neben dem Grand Canyon in Arizona (USA) als der zweitgrößte Canyon der Welt.

Fish River Canyon: Am Hell´s Bend vom Main View Point aus gesehen

Auf unserem weiteren Weg nach Norden tauchte unerwartet vor uns das festungsartige Schloß Duwisib in der kargen Landschaft auf.

Der Sachse Hansheinrich von Wolf ließ sich dieses Schloß 1909 vom Berliner Architekten Wilhelm Sander erbauen. Es mag der steingewordene Kindheitstraum des Schutztrupplers gewesen sein.

Das mit Zinnen und Türmen bewehrte Bauwerk ruft Erstaunen und Neugier beim Reisenden hervor - Grund genug, einen Besichtigungsstopp einzulegen.

Schloß Duwisib am Rande der Namib - Wüste

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Der Höhepunkt in der Namib - Wüste war zweifelsohne das Sossusvlei, eine große abflußlose Lehmbodensenke, die eingeschlossen wird, von den über 300 m aufragenden Namib - Dünen.

Den besten Rundblick hat man sicherlich, wenn man auf den Kamm einer Düne hinaufklettert.

Die feinsandigen Dünen sind keine Wanderdünen, sondern relativ stabile Sandaufschüttungen.Der Oranjefluß hat den Sand vor etwa 5 Mio. Jahren aus der Kalahari - Wüste ins Meer geschwemmt. Der kalte Benguelastrom und der Wind hat ihn dann zu den imposanten Dünen aufgetürmt.  

Das Sossusvlei im Namib - Naukluft - Park (links und unten)

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Wir nutzten die Gelegenheit zu einem Rundflug über den Namib - Naukluft - Park und konnten so nochmals die faszinierende Wüstenlandschaft und das Sossusvlei von oben sehen.

Nachdem wir in Swakopmund, dem “südlichsten deutschen Nordseebad” eine angenehme Ruhepause einlegten - das Strand - Hotel hat uns am besten auf unserer Reise gefallen (Lage, Service und Küche - einfach Spitze!) - ging es weiter ins Damaraland.

Die Provinz Kunene, mit solchen Höhepunkten wie Twyfelfontein, dem Versteinerten Wald,dem Verbrannten Berg und der Fingerklippe (Vingerklip), führte uns zu unserem letzten Ziel in Namibia, dem Etoscha National Park.

                                                           Die Fingerklippe, nahe der Stadt Khorixas, ist der Rest eines Tafelberges

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Fort Namutoni - heute Touristenstation

Der Etoscha National Park ist eines der schönsten und wildreichsten Naturschutzgebiete Afrikas. Die Etoscha - Pfanne bezeichnet die Ton- und Salzpfanne im östlichen Teil des Parkes, die etwa 20% der Parkfläche einnimmt. Drei staatliche Camps bieten dem Reisenden gute Unterkünfte direkt im Nationalpark. Namutoni ist das älteste und in seiner Form und Anlage wohl das reizvollste Touristencamp. Es stammt noch aus der deutschen Kolonialzeit, war damals Grenzposten und Zollstation zum Owamboland.                                                                                                                                  Unsere Rundreise endete schließlich in Windhoek. Unser Fazit: Eine lohnenswerte, interessante Erlebnisreise - jederzeit empfehlenswert. Afrika - mit deutschem Flair, überraschend, angenehm, erlebnisreich mit überwältigenden Eindrücken. Unser Reiseveranstalter - Thompson - hat uns auf der gesamten Reise sehr gut betreut!

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Unsere Reise durch das südliche Afrika führte uns weiter nach Südafrika, in das Land, das nach dem Ende der Apartheid zu einem zunehmend beliebteren Reiseland wird.

Hörprobe der Nationalhymne der Republik Südafrika

Wir hatten zunächst 4 Ruhetage in Johannesburg - das “Park Plaza Hotel” im Stadtteil Sandton ist zwar eine schöne Hotelanlage, Service und Küche haben aber noch Defizite.

Empfehlenswert ist hier ein Besuch des Sandton Centers - mit vielen Einkaufsmöglichkeiten und gastronomischen Einrichtungen.

Von Johannesburg aus fuhren wir in die Provinz Mpumalanga, in den weltbekannten Krüger National Park. Für die nächsten Tage nahmen wir Quartier in der größten und ältesten Touristenanlage in Skukuza. Interessante und erlebnisreiche Fahrten durch den Park standen auf unserem Programm.

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Giraffen, sehr groß, aber gehören nicht zu den großen Fünf

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Büffel, mit Madenhacker

Ziel aller Safaris ist es wohl, die “Big Five” - die großen Fünf in freier Natur zu sehen: Elefant, Löwe, Leopard, Nashorn und Büffel. Diese Einteilung stammt aus der Großwildjagd und bezeichnet den Schwierigkeitsgrad der Jagd dieser Tiere.

Die Körpergröße, oder die Zugehörigkeit zu den Raubtieren, spielt hierbei keine Rolle. Die Giraffen gehörten sonst wohl auch zu diesem “Big Five - Club”.

Die Pirschfahrten im Krüger National Park beschränken sich auf die gut ausgebauten Teerstraßen oder die gut befestigten Schotterpisten.Querfeldeinfahrten sind untersagt! Natürlich ist es daher schwieriger, den vielfältigen Wildbestand umfassend kennenzulernen. Die Tiere kommen nur selten zum Fototermin an die Straße!

Der Park geht auf das 1898 gegründete Sabie-Wildreservat zurück und trägt den Namen Paul Krüger´s, des Präsidenten der ersten Burenrepublik. Er ist weltweit einer der berühmtesten Parks und hat im Laufe seiner Geschichte Maßstäbe im Naturschutz gesetzt.

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Am Blyde River Canyon

Aber nicht nur der Krüger National Park ist sehenswert in der Provinz Mpumalanga. Außerhalb des Nationalparkes laden beeindruckende Landschaften den Besucher ein.                                                                    Der Blyde River Canyon befindet sich unterhalb des Zusammenflusses der Flüsse Treuer (Sorge) und Blyde (Freude). Aus rötlichem Sandstein stehen die steilen Wände der tiefen Schluchten fast senkrecht aus dem Wasser. Die erodierten Plateaus bilden eigenwillige Formationen und machen den Reiz dieser bizarren Landschft aus.                                                             Das Lowveld, die subtropische Ebene, wo sich der Krüger National Park befindet, geht hier abrupt über in das gebirgige Escarpment, in die Ausläufer der Kleinen Drakensberge. Auf der Panoramaroute liegen beeinruckende Wasserfälle, wie der MacMac und der Lisbon. Kleine, gepflegte Ortschaften bieten eine gute Basis für Ausflüge und Wanderungen in dieser schönen Gegend.

Unser Tip: Die Orte Lydenburg, Pilgrims Rest und Graskop sollte man bei der Gelegenheit unbedingt besuchen. Probieren Sie eines der leckeren Forellengerichte!

                                                                 Bourke´s Luck Potholes, vom Wasser zylindrisch ausgewaschene Felsen

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Am Ende unserer Reise stand Kapstadt, die Mutterstadt Südafrikas und die Kap - Provinz mit dem Kap der Guten Hoffnung. Zwischen Tafelberg und Table Bay liegt die älteste Stadt Südafrikas, die von holländischen Siedlern gegründet wurde, die im April 1652 unter der Führung Jan van Riebecks hier landeten.Von den landeinwärts liegenden fruchtbaren Tälern der Kap - Weinbaugebiete bis zu der lang gestreckten Kap - Halbinsel mit dem Cape of Good Hope Nature Reserve, einem wunderbaren Schutzgebiet der südafrikanischen Tier- und Pflanzenwelt, mit dem eigentlichen Cape Point, einem mächtigen Felsen, mit Leuchtturm und Aussichtspunkt, reicht die Umgebung Kapstadts.

Unser Tip: man sollte sich mindestens 2 - 3 Tage Zeit nehmen, diese wurderbaren Landschaften und Schutzgebiete zu besuchen!

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Das Kap der Guten Hoffnung - der bekannteste südwestliche Punkt Afrikas  der geografisch südlichste Punkt ist jedoch des Kap Agulhas.

Kapstadt - einst wichtigste Hafenstadt auf der internationalen Schiffsroute um das Kap der Guten Hoffnung, hat diese Bedeutung längst eingebüst. Der Suezkanal und stetig steigendes Luftfrachtaufkommen, haben den Hafenbetrieb stark reduziert. Dennoch ist Kapstadt auch heute noch eine lebendige Hafenstadt (Fischerei und nationaler Seehandel). Es gelang zudem, den Tourismus in das Hafenleben zu integrieren - die Victoria & Alfred Waterfront wurde so zu einem echten Besuchermagneten. Kapstadt ist heute eine moderne, aufstrebende Hafenmetropole, mit wunderbarem Umfeld, historischer Dimension und ausgezeichneter touristischer Infrastruktur. Für uns steht sie in einer Reihe mit solch bekannten Hafenstädten wie San Francisco oder Sydney.

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Kapstadt: Zentrum und Hafenanlagen

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Kapstadt: Blick vom Tafelberg - links der Lions Head und daneben der Signal Hill

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Der Tafelberg, das Wahrzeichen Kapstadts, vom Bloubergstrand aus gesehen

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Kapstadt: Blick auf den Tafelberg

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Das Wahrzeichen Kapstadts ist zweifellos der weltbekannte Tafelberg. 1086 m erhebt sich diese Attraktion über die Stadt. Von dem langgezogenen flachen Gipfel bieten sich herrliche Aussichten auf das Bergmassiv selbst (Devils Peak, Maclears Beacon, Lions Head und Signal Hill) - auf die Table Bay, mit der berüchtigten Gefängnisinsel, Robben Island, und auf die Stadt.

Auf den Tafelberg - ein touristisches “Muß” - gelangt man am besten mit der Seilbahn.

Unsere Unterkunft in Kapstadt war im Protea President Hotel, im Stadtteil Sea Point. Ein sehr schön gelegenes und gutes Hotel; beim Service und der technischen Funktionalität, gab es jedoch noch Abstriche.

Hinweis: Man wird als Tourist immer wieder darauf hingewiesen, sich auf die vorhandene Straßenkrimnalität einzurichten. Wir hatten glücklicherweise damit keine Probleme. Man sollte aber die Hinweise ernst nehmen, möglichst nur in Begleitung und nur am Tage die Stadt erkunden.

Armut und Arbeitslosigkeit sind wie überall der soziale Nährboden für diese Probleme. Mit zunehmender wirtschaftlicher Stärkung des Landes, wird dieses Problem hoffentlich kleiner. Der Tourismus kann dazu beitragen, aber auch die Kluft zwischen arm und reich erst augenscheinlich machen! Es kommt dabei auch auf den Besucher selbst an; rumlaufen wie ein angeputzter Tannenbaum weckt nur die Begehrlichkeit!