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Türkei 2003

Wer sich selbst und andre kennt              Sinnig zwischen beiden Welten   Wird auch hier erkennen:                         Sich zu wiegen laß´  ich gelten  Orient und Okzident                                    Also zwischen Ost und Westen Sind nicht mehr zu trennen.                      Sich bewegen, sei´s zum Besten!

                       J. W. v. Goethe, West - Östlicher Divan, Aus dem Nachlaß                                                                          

© ELC 07/2003

Reise in die Türkei

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vom 14.06. bis zum 28.06.2003

Die engste maritime Verbindung von Europa nach Asien ist wohl am Bosporus. Etwa 660 m trennen hier zwei Kontinente, die sich im übrigen nur durch Landmarken scheiden. Zwei eindrucksvolle Brücken schlagen heute in Istanbul (früher Konstantinopel und Byzanz) die Verbindung zwischen den zwei Kontinenten, deren Unterschiede wohl kaum größer sein könnten.

Die Türkische Republik stellt sich heute als das (staatliche) Bindeglied Eurasiens, zwischen Orient und Okzident dar, ist von der Geschichte her “europäischer” als alle anderen Nachbarn Europas (Griechisch-Byzantinische Vergangenheit), von seiner Bevölkerung her aber ein Islamischer Staat (98%), einzigartig Laizistisch verfasst, durch seine “Bevölkerungsenklaven” (u.a. in Berlin-Kreuzberg), enger als jedes andere Volk im Herzen Europas verwurzelt. Sie fordert heute die Mitgliedschaft in der Europäischen Union. Diese Entscheidung - sollen die Türken “Europäer” werden? - ist für uns sicherlich nicht leicht zu treffen. Die Türkei Atatürks ist “europäisch” - wenn wir unsere Entscheidung nicht bald treffen, treffen die “Islamisten” ihre Entscheidung - gegen Europa!!

Diesen Aspekt wohl bedacht, jedoch voller Erwartungen, ob der Griechischen und Byzantinischen Wurzeln der Türkei und unserer eigenen Vergangenheit, begannen wir unsere Reise, auf den “Spuren Alexanders, des Großen”.

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Am 14. 06.2003 landeten wir mit der Fluggesellschaft “Germania” in Istanbul,  dem alten Konstantinopel und dem alten Byzanz. Allein diese Namenssequenz dokumentiert den historischen Platz dieser Stadt. Der historische Bogen, vom alten Oströmischen Reich, über die Metropole des Osmanischen Reiches zur heutigen bedeutendsten “Brückenstadt” der Türkei, zwischen Europa und Asien, läßt den Reisenden irgendwie erstarren!.

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Die Hagia Sophia (Ayasofya) - Christliche Basilika - Moschee - heute Museum

Die Hagia Sophia (türkisch: Ayasofya), ist eines der großartigsten sakralen Bauwerke der Welt. Die, unter Justinian (532 - 537) in ihrer heutigen Form errichtete Oströmische Basilika, später Zentrum des Byzantinischen Reiches, von den Osmanen zur Hauptmoschee Istanbuls (Hinzufügung der vier Minarette) konvertiertes Bauwerk, ist nicht nur ein architektonisches Monument, sondern ein geschichtsträchtiger Brennpunkt sondersgleichen. Eines der weisesten Entscheidungen Atatürks, des Vaters aller Türken, war 1935, als er diesen Sakralbau zum Museum machte, zur Erbauung aller Menschen, unabhängig ihrer jeweiligen Religion.

An exponierter Stelle Istanbuls, steht diese Moschee (Süleymaniye), das bedeutendste Bauwerk Sinans, der den durch  die Hagia Sophia entscheidend beeinflußten Moscheebau hier zur höchsten Entfaltung brachte.

Unter einer 53 m hohen Kuppel (26,5 m Durchmesser) befindet sich eine eindrucksvolle Raumgestaltung, mit wunderbaren Glasmalereien (Fenster) und unvergleichlichen Fayencefliesen.  Auch der Friedhof, mit der Kapelle Süleymans ist sehenswert.

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Moschee Süleymans des Prächtigen (Suleymaniye Camii) 1549 - 1557 Baumeister: Sinan

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Das Reinigungsbecken in der “Großen Moschee” in Bursa

Beeindruckt von einer wunderbaren Stadt - Istanbul -, setzten wir unsere Rundreise durch die westliche Türkei fort.

Wir überquerten auf einer Fähre das Marmarameer und erreichten die alte Osmanische Hauptstadt Bursa.                   Die recht konservative Stadt (für die Frauen war in der Moschee “Kopftuchpflicht”) beeindruckt schon von der geographischen Lage her; unterhalb des Berges Uludag (Mystischer oder Bythinischer Olymp).    Bursa ist heute eine wohlhabende Industriestadt.

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Das Trojanische Pferd (ein gewöhnungsbedürftiger Nachbau)

Auf unserer weiteren Reise legten wir zunehmend weitere Strecken in die antike Vergangenheit zurück. Homers Ilias im Hinterkopf, gelangten wir nach Troja. Das hölzerne Trojanische Pferd (ein kitschiges Geschenk der Amerikaner - Disney läßt grüßen!), war eigentlich das Größte, was wir an dieser weltberühmten Ausgrabungsstätte wahrnahmen. Neun verschiedene `Trojas´ haben die Archeologen seit Schliemann ausgegraben - ein überwältigender Mythos. Seien Sie jedoch nicht enttäuscht, wenn Sie nichts von Hektor und Achilles sehen! Schauen Sie auf das Pferd und träumen Sie ...

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Ausgrabungsstätte am Südwestlichen Heiligtum von Troja

Wir hatten unser festes Schuhwerk angezogen, taumelten nun von einem archeologischen Höhepunkt zum anderen, anstrengend, aber zunehmend interessanter:

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Hochaufragend, die Säulen des Trajan in Pergamon

Da war das alte Pergamon. Hoch auf der Akropolis staunten wir unter den Säulen des Trajaneums.                                    Und im alten Ephesos, schritten wir ehrfurchtsvoll auf der großen Kuretenstraße, von der Oberen Agorá zur Unteren Agorá zur Schaufassade der Celsusbibliothek.Wir saßen im Großen Theater und lauschten den Improvisationen unseres Reiseleiters.                                                                        Und in Aphrodisias besuchten wir das wohl besterhaltene Stadion der Antike.

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Ephesus: Schaufassade der Celsus - Bibliothek an der unteren Agorá

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Die Sinterterrassen von Pamukkale

Zu einem Besuch im Westen der Türkei gehören natürlich auch die Sinterterrassen von Pamukkale und die Ruinen des antiken “Heilbades” von Hierapolis. Pamukkale (übersetzt: Baumwollschloß) bietet dem Besucher ein einzigartiges Naturschauspiel. Stark kalkhaltiges thermisches Grundwasser tritt hier aus dem Berg und bildet durch chemische Reaktionen, eine imposante Kalksteinkaskade. Seit dem Altertum ist dieser Ort ein “Kurbad”.

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Alanya: Blick vom Burgberg auf die Steilküste

Nach 8 Tagen einer schönen Rundreise, verbrachten wir noch eine Woche (Badeaufenthalt) im Hotel Sunshine in Alanya - Kestel.                                   Wir buchten bei Öger - Tours ein sogenanntes Kombipaket (Rundreise mit Badeaufenthalt).       Unsere Noten zur Reise: Rundreise 2 / Badehotel 5

Einige Bemerkungen zum Hotel Sunshine:                 Das Haus liegt etwa 7 km östlich von Alanya, inmitten einer Bananenplantage; also doch etwas abgelegen. Die Gästestruktur war international, was manches Nickerchen am Hotel - Pool unmöglich machte. Der Strand (grober Kies) war mit seinen geborstenen Betonplatten mehr als gefährlich!!!                            Eine interessante Architektur des Hotels ersetzt niemals einen entsprechenden Service: 4 Sterne hatten wir gebucht - 4 Sterne standen auch auf dem Hotelschild - diese Sterne fielen aber wohl aus dem klaren Sternenhimmel, über der türkischen Riviera.                    Wenn der Gast seine Koffer nach mühsamer Rundreise (auch bei der Abreise), im Schweiße seines Angesichtes von der Straße (ca. 50m), höchstpersönlich zur beamtenmäßigen Rezeption schleppen muß, ein “superpreußisches” Abrechnungssystem, mit dubioser Vorkasse installiert ist und ein fürchterlicher Kiesstrand, mit geborstenen Betonplatten, kostenpflichtig (Liegen und Sonnenschirm) angeboten wird,  dann ist unser Hotelurteil nicht übertrieben:                                   nicht besonders empfehlenswert !!!  

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Unsere Rundreise endete nach 8 Tagen voller unvergeßlicher Eindrücke in Antalya. Nach einer Übernachtung in Belek erfolgte der Transfer nach Alanya, dem Ort unseres weiteren Badeaufenthaltes.

Alanya ist eine gepflegte, quirlige “Touristenstadt”. Shopping und vielfältigste Gastronomie bestimmen die zentrale Infrastruktur.

Sehenswert ist auf alle Fälle der Burgberg auf der malerischen Halbinsel und der Hafen mit dem Roten Turm. Mit dem Dolmus (busartiges Sammeltaxi) erreicht man problemlos die Stadt und den Basar (Endstation). Die westlichen Strände (Kleopatrastrand) von Alanya sind erheblich besser, als die östlichen.

Sollten Sie Zeit und Muse dazu haben, empfehlen sich Ausflüge nach Aspendos, sehenswert ist das antike Theater (noch heute bespielt!) und die dortigen Ruinen, und  Manavgat (Wasserfälle).Verzichten Sie aber lieber aber auf die “Kaffefahrten” zum “Juwelier und zur Lederfabrik”!       Sie werden garantiert über´s Ohr gehauen!                Handeln Sie lieber auf dem Basar!

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Unser Hotel “Sunshine” in Alanya - Kestel